Hefe
Herstellung und Verwendung frischer und medizinischer Hefe
Die Hefe ist ein meist einzelliger Mikroorganismus, eine Pilzart, die mehrheitlich zur Familie Schlauchpilze gehört. Korrekter ist es nicht über Hefe, sondern über Hefen zu sprechen, denn es sind derzeit ca. 700 verschiedene Hefenarten bekannt. Bereits vor über 1000 Jahren haben die Ägypter sowie andere alte Völker im mittleren Osten die Hefe gekannt und sie beim Brotbacken, Bierbrauen sowie Weinherstellen verwendet, jedoch ohne deren Funktionsweise zu kennen.
Die Wirkungsweise der Hefen hat Louis Pasteur im Jahre 1857 enträtselt, als er sie unter einem Mikroskop betrachtet hat. Er hat entdeckt, dass die Hefen mikroskopische Lebewesen sind, die uns Menschen nützen, indem sie Gärung (Backhefen) beziehungsweise Fermentation (Bierhefen, Weinhefen) bewirken.
Die Hefen sind ohne Sauerstoff lebende (anaerobe) Mikroorganismen, die sich durch Teilen der Zelle (asexuell) vermehren. Die in der Natur lebenden wilden Hefen sind überall da zu finden, wo es Kohlenhydrate (verschiedene Zuckerarten) gibt, da sie sich damit ernähren. Dabei spalten die Hefen die Kohlenhydrate auf und wandeln sie, wenn Sauerstoff vorhanden ist, in Kohlenstoffdioxyd (CO2) und Wasser, bei Sauerstoffmangel in Kohlenstoffdioxyd und Alkohol (Ethanol) um. Auf diese Spaltung ist zum Beispiel der Gärungsprozess und das bekannte "Gehen" des Hefeteiges zurückzuführen. Da dabei aus einem Zuckermolekül zwei Moleküle Kohlenstoffdioxyd, die gasförmig sind, entstehen, blähen diese den Hefeteig sichtbar auf, er bekommt die für ihn typischen Bläschen.
Verwendet werden die Zuchthefen zur industriellen Lebensmittelverarbeitung als Backhefen, Bierhefen, Weinhefen. Die industriell hergestellte Backhefe ist in jedem Supermarkt als Frischhefe oder Trockenhefe für die privaten Haushalte erhältlich.
Ferner sind die Hefen wahre Spender von Vitaminen, Mineralstoffen sowie Spurenelementen. Heilmittel (bei Durchfall) und Schönheitsmittel (Bierhefe reinigt die Haut) sind sie auch.
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