Lohmann Ruchti Effekt

Kapitalfreisetzungseffekt und Kapazitätserweiterungseffekt

Der Lohmann-Ruchti-Effekt wurde von Martin Lohmann und Hans Ruchti entdeckt. Er stellt fest, dass sich Gegenstände des Anlagevermögens selbst finanzieren, wenn die ihnen zugeordnete Abschreibung vom Markt im Rahmen der Verkaufspreise wieder zurückgeholt werden kann. Der Lohmann-Ruchti-Effekt besteht aus zwei Ebenen, dem Kapazitätserweiterungseffekt und dem Kapitalfreisetzungseffekt.

Für die Gültigkeit des Effekts müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein. Die Abschreibung muss linear erfolgen, die Wiederbeschaffungskosten sind über die Jahre hinweg konstant und die Leistungsfähigkeit der Maschinen bzw. Produktionsanlagen ist konstant. Außerdem muss die Erstanschaffung mit Eigenkapital finanziert worden sein und die zusätzlich produktionsfähigen Güter müssen zu kostendeckenden Preisen absetzbar sein.

Der Kapitalfreisetzungseffekt besagt, dass durch regelmäßige Abschreibungen Wertminderungen von betrieblichen Gütern bilanztechnisch erfasst werden können. Sie werden bei der Kalkulation der Verkaufspreise mit einbezogen und schlagen sich deshalb auch in der Gewinn- Verlustrechnung nieder. Im Zuge dessen fließen die Abschreibungsgegenwerte wieder zum Unternehmen zurück. Die Abschreibungen erhöhen auf diesem Weg nicht nur den Rückfluss der Gegenwerte, sie werden gleichzeitig auch in der Gewinn- Verlustrechnung als Aufwand erfasst. Im Ergebnis stehen die Abschreibungen dem Unternehmen als Mittel bzw. als Geld wieder zur Verfügung.

Wenn die Abschreibungsgegenwerte dem Unternehmen zur Verfügung stehen bevor eine Ersatzinvestition nötig ist kann man sie zwischenzeitlich natürlich auch für Neuinvestitionen verwenden. Dies beschreibt den Kapazitätserweiterungseffekt.

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Dieser Eintrag wurde am 27.05.2009 um 14:45 Uhr zuletzt geändert und steht unter der GNU-Lizenz.