Mohn

Mohn (Papaver) ist eine zur Familie Mohngewächse gehörende Pflanzengattung. Die bekanntesten Mohnarten sind Papaver somniferum (Schlafmohn) und Papaver rhoeas (Klatschmohn). Der Schlafmohn ist eine Kulturpflanze mit weißen, hellviolettblauen oder leuchtend orangerotfarbenen Blüten. Dagegen ist der Klatschmohn eine Wildpflanze, Mohnblume genannt, die dem Frühsommer leuchtend rote Mohnwiesen schenkt. Mohn wird heute das aus den kleinen schwarzen Schlafmohnsamen hergestellte Gewürz, das für Kuchen und Gebäck verwendet wird, genannt.

Der Schlafmohn wurde vermutlich bereits vor circa 4000 Jahren als Kulturpflanze angebaut. Er war eine heilige Pflanze der Sumerer, auf Zypern wurde er in Opiumpfeifen geraucht, auf Kreta ist er seit 1400 Jahren nachweislich bekannt. In der Antike war er der Energiespender der Sportler, Mohnkuchen haben bereist die Römer gebacken.

Der von den griechischen Wörtern papa (Kinderbrei), vernum (echt) und somniferum (schlafbringend) kommende Name "Papaver somniferum", sowie das von opion (Milchsaft) stammende "Opium" verraten, dass die beruhigende Wirkung des Schlafmohns sehr lange bekannt und er eine der ältesten Arzneipflanzen ist. Wegen seiner Wirkung als Opium wurde sogar der chinesisch-englische Opiumkrieg (1848-1852) geführt.

Der weißlich-gelbe Milchsaft des Schlafmohns beinhaltet circa 40 Giftstoffe (Alkaloide), darunter Morphin, Codein und Papaverin. Aus Opium werden heute schmerzlindernde und heilende Arzneimittel hergestellt, Morphium lindert wiederum unerträgliche Schmerzen. Weil aber aus dem Milchsaft von unreifem oder halbreifem Schlafmohn auch Opium und Rauschmittel wie Morphium und Heroin produziert werden können, ist die Herstellung von Schlafmohnpräparaten nach dem deutschen Rauschmittelgesetz genehmigungspflichtig. Zudem sind in Deutschland nur Schlafmohnsorten mit einem besonders niedrigen Morphingehalt zum Anbau zugelassen.

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Dieser Eintrag wurde am 15.07.2008 um 15:51 Uhr zuletzt geändert und steht unter der GNU-Lizenz.