Preussen

Die Bezeichnung Preussen (beziehungsweise Preußen) hat ihren Ursprung im baltischen Volk der Pruzzen, das vor allem im Norden des heutigen Polen siedelte. Dort wurde im frühen 13. Jahrhundert der Ordensstaat des Deutschen Ordens, ein eigenständiger Kreuzfahrerstaat, errichtet. Albrecht I. von Brandenburg-Ansbach, der letzte Hochmeister des Ordens, wandelte nach seinem Übertritt zum Protestantismus den Ordensstaat 1525 auf Anraten Martin Luthers in ein weltliches Herzogtum um, das den brandenburgischen Hohenzollern 1618 als Erbe zufiel.

Die Bezeichnung Preußen wurde auch für das brandenburgische Gebiet gebräuchlich, nachdem der brandenburg-preußische Kurfürst Friedrich III. sich zum König Friedrich I. erklärt hatte. Sein Sohn, der "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I., und insbesondere dessen Sohn, Friedrich II. "der Große", machten das Land zu einer führenden Militärmacht in Mitteleuropa. Während der napoleonischen Besetzung entstand mittels der Stein-Hardenbergschen Reformen ein modernisiertes Staatswesen, das auch nach 1871, als das (weiterhin bestehende) Königreich zum dominierenden Teil des neugegründeten Deutschen Kaiserreichs wurde, dieses Reich entscheidend prägte.

Das 1919 zum Freistaat erklärte Königreich wurde während der Weimarer Republik zumeist sozialdemokratisch regiert. Nach Hitlers Machtergreifung und der damit verbundenen Zentralisierung und Gleichschaltung aller Institutionen hörte Preußen faktisch auf, zu existieren. 1947 wurde der Staat Preußen auf Beschluss des Alliierten Kontrollrates aufgelöst.

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Dieser Eintrag wurde am 02.05.2008 um 12:49 Uhr zuletzt geändert und steht unter der GNU-Lizenz.