Rheinbund

Vorgänger des Deutschen Bundes und eine kurze Episode in der deutschen Geschichte

Auf Initiative des französischen Kaisers Napoleon I. wurde der Rheinbund als Zusammenschluss deutscher Mittelstaaten ins Leben gerufen. Der Staatenbund sollte zur Zerschlagung des Heiligen Römischen Reiches beitragen und war im Zuge dessen von Napoleon abhängig. Im Jahr 1806 unterzeichneten 16 Deutsche Reichsstände die Rheinbundakte in Paris. Gleichzeitig traten diese Staaten aus dem Verband des Alten Reiches aus. Obwohl dieser Vorgang im Rahmen der Reichsverfassung nicht vorgesehen war, kündigten sie einseitig alle sie betreffenden Reichsgesetze auf und kappten den direkten Bezug zu Kaiser und Reich. Mitglieder des Rheinbunds waren unter anderem Bayern und Württemberg. In Folge des großen politischen Gewichts der vereinten Fürsten kam es letztendlich zum Niedergang des Alten Reiches. Am 6. August 1806 dankte der römisch-deutsche Kaiser ab und erklärte das Reich für aufgelöst. Dieser Schritt wurde als Reaktion auf ein Ultimatum Napoleons vollzogen. In der nun folgenden Zeit schlossen sich dem Rheinbund weitere Staaten an. Preußen, Österreich, Schwedisch-Pommern und Dänisch-Holstein blieben dem Rheinbund standhaft fern.

In erster Linie entwickelte sich der Rheinbund zu einem Offensiv- und Defensivbündnis. Er sollte dabei vor allem der Festigung des französischen Kaiserreichs dienen. Ziel war es im Verteidigungsfall ein gemeinsames Heer aufzustellen und unter der Führung Napoleons anzutreten. Frankreich sollte 200.000, Bayern 30.000, Westfalen 25.000, Sachsen 20.000 und Württemberg 12.000 Soldaten stellen. Napoleon führte die verbundenen Truppen in den Russlandfeldzug und damit in den Untergang. Die meisten Soldaten starben. Zusätzlich wurden die deutschen Staaten in Folge der hohen Kriegskosten fast in den Bankrott getrieben. Ausstehende Reparationszahlungen an Frankreich förderten diese Situation.

Trotz des Bündnisses mit Frankreich war der Bestand der deutschen Territorien ungewiss. 1807 wurde der gesamte Nordwesten Deutschlands von Frankreich annektiert. Geplant war auch, dass der Rheinbund eine eigene Verfassung sowie eine gemeinsame Verwaltung erhalten sollten. Diese Bemühungen scheiterten jedoch an den Souveränitätsbestrebungen der einzelnen Länder. Insbesondere Württemberg und Bayern hielten an einem eigenständigen Status fest. Trotzdem schaffte man es die Gleichheit aller Bürger durchzusetzen und den Code Napoleon als einheitliches Gesetzbuch zu etablieren. Militär und Justiz wurden nach französischem Vorbild umgebaut. Das feudale System wurde im Gebiet des Rheinbundes abgeschafft.

Die gegen Napoleon antretenden Mächte Preußen, Russland und Österreich beschlossen 1813 die Auflösung des Rheinbundes vorzunehmen. Bayern hatte sich schon kurz zuvor aus dem Rheinbund gelöst und war den Alliierten beigetreten. Die Garantie die bayrischen Grenzen anzuerkennen hatte die beabsichtigte Wirkung auf die restlichen Rheinbundstaaten. Während der Völkerschlacht bei Leipzig liefen Teile der Truppen über. Im Zuge dieser Entwicklungen kam es zum Untergang des Rheinbundes im Jahr 1813.

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Dieser Eintrag wurde am 19.06.2009 um 16:50 Uhr zuletzt geändert und steht unter der GNU-Lizenz.