Robert Emerson Lucas

Nobelpreisträger 1995 im Bereich Wirtschaft

Robert Emerson Lucas, geboren 1937 in Yakima, Washington wurde 1995 für die Formulierung der Theorie über die Rationalität der Erwartungen des Verhaltens am Wirtschaftsmarkt mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. Man nennt die Theorie auch Lucas-Kritik, denn der Ökonom kritisiert hierbei die Annahme statischer Erwartungen in makroökonomischen Wirtschaftsmodellen. Lucas behauptet, dass die Erwartungen der in der Wirtschaft handelnden Individuen, den Rahmen der Wirtschaftspolitik selbst ändern. Dies war ein erster ersten Schritt in Richtung einer Integration von mikroökonomischen Theorien als Basis für die makroökonomischen Theorien. Hierbei griff der US-Ökonom in der Ideenentwicklung auf Ansätze John F. Muths´ zurück.

Pikantes Detail der Nobelpreisauszeichnung: Bei der Übergabe der Scheidungspapiere 1988 hatte Lucas´ Ehefrau festgelegt, dass sie falls ihr Ex-Mann jemals den Nobelpreis erhalten würde, mit der Hälfte an dem Preisgeld beteiligt werden würde. Als dies sieben Jahre später wirklich der Fall war, kommentierte Lucas die Vereinbarung mit den Worten: „Abgemacht ist abgemacht“. Lucas machte 1959 seinen Bachelor in Geschichte an der University of Chicago. Weil er, als „Quasi-Marxist“ glaubte, dass die Wirtschaft der eigentliche Antreiber der Geschichte sei, folgte 1964 sein Doktor in Wirtschaft. Er beabsichtigte jedoch danach zurück zu den Historikern zu wechseln. Lucas, der heute immer noch an der University of Chicago tätig ist, ist im Bereich der Volkswirtschaftslehre in der Neuklassik anzuordnen.

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Dieser Eintrag wurde am 19.08.2009 um 10:37 Uhr zuletzt geändert und steht unter der GNU-Lizenz.