Sozialismus

Der Sozialismus ist vornehmlich eine politische und gesellschaftliche Lehre und wird als Gegenstück zum Kapitalismus verstanden. Die im Kapitalismus bestehenden Gesellschaftsverhältnisse sollen geändert werden. Soziale Gleichheit und Gerechtigkeit sind die Leitgedanken einer sozialistisch organisierten Gesellschaft. Die charakteristischen Gesellschaftsmerkmale des Kapitalismus sollen beseitigt werden. Insbesondere der Umstand, dass Produktionsmittel als Privateigentum betrachtet werden muss beseitigt werden. Veränderungen der Gesellschaft sollen, wenn nicht anders möglich auch mit Hilfe von Gewalt umgesetzt werden können.

Die sozialistischen Ideen entwickelten sich Anfangs des 19. Jahrhunderts. Parallel zum Entstehen des kapitalistischen Wirtschaftssystems verbreitete sich auch die Leere des Sozialismus. Erste Tendenzen für die Entstehung dieser Theorie gab es schon im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Schon zu dieser Zeit wurde gezielt auf den Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Faktoren und gesellschaftlichen Verhältnissen hingewiesen. Eine gleichberechtigte Verteilung des Produktionseigentums war also der Schlüssel zu einer gerechteren gesellschaftlichen Ordnung. Die ersten britischen Arbeitsschutzgesetze und die genossenschaftliche Organisation zeigten ersten Tendenzen sozialistischer Umwälzungsbemühungen. Im Rahmen des allgemeinen Wahlrechts sollte der Staat im Interesse der Arbeiterschaft umgewandelt werden. Er war der Träger gesellschaftspolitischer Entwicklungen und sollte deshalb in einen Staatssozialismus transformiert werden.

Ausgehend von diesen Vorläufern entwickelte sich der Sozialismus Marxistisch-Leninistischer Prägung. Dieser stelle jedoch mehr ein Analyseinstrument dar und lieferte weniger Ansätze für eine praktische Umsetzung. In der Sowjetunion und in den anderen Ländern des Ostblocks wurde im 20. Jahrhundert in erster Linie ein Sozialismus der herrschenden Partei gelebt. Die Partei der Arbeiterklasse war die einzige Partei im Staat. Durch eine unausgeglichene und unmenschliche Gesellschaftspolitik, eine verfehlte Wirtschaftspolitik und einem damit einhergehenden innenpolitischen Vertrauensverlust, war ein Verfall dieses Systems unausweichlich. Die Etablierung eines postkommunistischen Sozialismus wird vor allem von einigen Kritikern der Globalisierung gefordert.

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Dieser Eintrag wurde am 18.01.2009 um 23:16 Uhr zuletzt geändert und steht unter der GNU-Lizenz.